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Wir Altkatholiken
- Wir sind eine Katholische Kirche, die von Rom unabhängig ist.
- Wir beten das apostolische Glaubensbekenntnis.
- Wir feiern die sieben Sakramente.
- Wir sind eine bischöflich - synodale (demokratische) Kirche.
- Bei uns werden Pfarrer und Bischof demokratisch vom Kirchenvolk gewählt und in Apostolischer Sukzession geweiht.
- Unsere Kirche wird von gewählten Laien und Geistlichen geleitet.
- Alle sind zum Abendmahl (zur Kommunion) zugelassen, auch Angehörige anderer Konfessionen.
- Wiederverheiratete Geschiedene sind zur Kommunion eingeladen.
- Die kirchliche Wiederheirat Geschiedener ist möglich.
- 1998 wurden bei uns die ersten Frauen zu Priesterinnen geweiht.
- Unsere Geistlichen können eine Familie gründen.
- Die Sündenvergebung in Form einer allgemeinen Beichte wird uns zu Beginn der Eucharistiefeier zugesprochen. Persönliche Beichte ist möglich.
- Über Fragen der Sexualität können wir ohne Ängste und Tabus sprechen.
- Homoerotischen Beziehungen sprechen wir den Segen Gottes zu.
- Wir sind ökumenisch mit anderen Kirchen verbunden.
- Die Einheit in versöhnter Verschiedenheit mit allen christlichen Kirchen liegt uns am Herzen.
- Wir wollen eine Kirche ohne Zwang und Gewissensdruck sein.
- Wir sind eine katholische Reformkirche mit den Merkmalen: Freiheit, Offenheit, Toleranz.
Charakteristika unserer Kirche
Die altkatholische Kirche versteht sich als vollgültige Verwirklichung der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche der ersten Jahrhunderte. Es ist für uns charakteristisch, dass wir katholisch sind. Das zeigt sich in der Feier unseres Gottesdienstes, im Eucharistieverständnis, in unserem Weiheverständnis mit dem dreifachen Amt Diakon-Priester-Bischof und in unserem Verständnis Kirche zu sein.
Dass die Altkatholiken die Unfehlbarkeit und die Allgewalt des Papstes ablehnen ist der Ausgangspunkt, aber nicht das Wesen unserer Kirche. In Solidarität mit den Menschen hat unsere Kirche spontan und in großer innerer Freiheit auf Sehnsüchte geantwortet. Z.B. mit der Aufhebung des Zölibatzwangs, der Möglichkeit einer zweiten kirchlichen Trauung, der Öffnung des kirchlichen Amtes für die Frauen und der Segnung gleichgeschlechtlich liebender Menschen.
Unsere Stärken
Wir sind eine gastfreundliche Kirche. Das zeigt sich, indem wir uns nicht berechtigt sehen, Getaufte von der Gemeinschaft des Abendmahls auszuschließen.
Alle Entscheidungen in unserer Kirche werden von unten nach oben getroffen. Wenn dies auch langwierige und anstrengende Prozesse verursacht, nehmen wir diese doch gerne mit in Kauf. Nach Mehrheitsentscheidungen respektieren wir die Meinungen von Minderheiten. So wurde z.B. nach der Einführung der Priesterweihe von Frauen einer Gemeinde, die diese Entscheidung nicht mittragen konnte versichert, dass ihr keine Frau zur Gottesdienstvertretung geschickt wird.
Unsere Schwächen
Als Minderheitenkirche erfahren wir auch unsere Grenzen. Die kleinen, aber flächenmäßig weiten Gemeindegebiete sind pastoral schwer zu versorgen. Finanzielle Mittel sind noch spürbarer begrenzt als in den Großkirchen. Politik und Öffentlichkeit nehmen uns nur selten wahr. Auch eine unvollständige Infrastruktur, so z.B. das Fehlen eines organisierten Diakonieverbandes oder eines religionspädagogischen Institutes, erschwert ein vernetztes Arbeiten der Gemeinden.
Unsere Freuden und Leiden
Kleinheit und Überschaubarkeit sind als ein Segen zu verstehen: in den 135 Jahren unserer Geschichte konnten eine Menge Entscheidungen für den Menschen getroffen werden. Dennoch ist das breite Spektrum der Charismen nicht in jeder Gemeinde selbstverständlich anzutreffen. Und es ist mit hohen Anstrengungen verbunden, die Grundpfeiler kirchlichen Lebens, Diakonie, Liturgie und Zeugnis des Glaubens, optimal umzusetzen.
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